Walking Fußball

Wir suchen Verstärkung!!
 

Es gibt keine Fouls, keine Zweikämpfe – und Laufen ist auch verboten. Beim TVV Neu Wulmstorf soll eine neue Variante des Fußballs etabliert werden: Walking Fußball, also Fußball im Schritttempo.

„Die Kondition reicht nicht mehr, um in der Ü 40 mitzuhalten.“ Andreas Bünger

Manchmal erwischt sich Andreas Bünger beim Laufen. Dann gibt es den kurzen Zuruf eines Mitspielers und er weiß: Laufen ist beim Walking Fußball verboten. Das ist, wie der Name dieser neuen Sportart sagt, mit die wichtigste Regel. Die Spieler gehen im Schritttempo beispielsweise auf das Tor zu. Ein Fuß muss dabei immer den Boden berühren, wie bei der olympischen Disziplin Gehen. Läuft ein Spieler, wird abgepfiffen. Und der Gegner bekommt einen Freistoß.

Aber Fußball ohne Laufen? Vorgesehen ist der Sport für Menschen ab etwa 50 Jahren. „Jeder kann Walking Fußball spielen“, sagt Bünger, der selbst bald 50 wird. Bünger hat jahrzehntelang Fußball in Buxtehude gespielt und möchte es nun ruhiger angehen. „Die Kondition reicht nicht mehr, um in der Ü 40 mitzuhalten“, sagt er. Vor rund einem Jahr hat er sich daher dem Walking Fußball beim TVV Neu Wulmstorf angeschlossen und möchte mithelfen, die Sparte aufzubauen.

 

Walking Fußball ist ein Novum in Deutschland

Walking Fußball ist brandneu in Deutschland. Wer im Internet danach sucht, findet vereinzelt Vereine, die eine Sparte gegründet haben, und Berichte über erste Ligen und Turniere, quer durchs Land. Auch einige Fußball-Bundesligisten sind dabei, etwa Bayer Leverkusens „Silberlöwen“ oder Werder Bremens „Oold Steerns“. Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig, Martin Max, trainiert eine Schalker Mannschaft. Der Weltverband FIFA hat Gehfußball bereits als eigene Sportart anerkannt. Einen Verband in Deutschland gibt es (noch) nicht.

Als Erfinder des Walking Fußballs gilt der englische Verein Chesterfield, der das Spiel 2011 ins Leben gerufen haben soll. Da es in Deutschland keine offiziellen Richtlinien gibt, orientieren die Vereine sich am englischen Regelwerk. Das Rennen ist dabei verboten, hinzu kommt, dass nicht gegrätscht und der Ball nicht über Hüfthöhe gespielt werden darf. Eine gängige Spielzeit sind vier Mal zehn Minuten. Da können gut zehn- bis zwölftausend Schritte zusammenkommen.

 

Gut für gesundheitlich Beeinträchtigte

„Gehfußball werde belächelt, sei aber im Kommen“, sagt Bünger. Es sei vor allem geeignet für gesundheitlich eingeschränkte Menschen, etwa mit künstlichen Gelenken oder Übergewicht, die auf das Kicken aber nicht verzichten möchten. „Unsere Spieler können noch alles am Fuß“, sagt Bünger. Im Winter spielen sie in der Halle, im Sommer draußen, meist auf einem Kleinfeld, meist fünf gegen fünf. „Da fängt niemand an zu frieren“, so Bünger.

Walking Fußball könnte in Zukunft noch bedeutender werden. Denn: In Deutschland ist der demografische Wandel im weltweiten Vergleich sehr stark ausgeprägt. Schon jetzt gehöre mehr als jeder Vierte der „Generation 60plus“ an, schreibt Werder Bremen auf seiner Internetseite. In Zukunft werde es demnach immer mehr Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden geben, für die ein altersgerechtes Angebot mit geringerer Verletzungsgefahr interessant werden könnte.

Kontakt

Der TVV Neu Wulmstorf ist der Gehfußball-Vorreiter in der Region und sucht im Moment Verstärkung, um das Training wieder aufnehmen zu können. „Wir möchten eine Rumpftruppe aufbauen“, sagt Bünger. Wer Interesse hat, kann sich unter andreas.buenger@outlook.com , Tel. 0176-34422946 oder bei Trainer Jürgen Miltzlaff unter juergen.miltzlaff@t-online.de , Tel. 0157-52283479 melden.

 

Training

Training ist jeden Dienstag von 20 – 22 Uhr in der Sporthalle Realschule Neu Wulmstorf.

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